Back to top

Europäische Erinnerungen auf dem Bildschirm

KOMMENDE VERANSTALTUNGEN
6 Okt 2022 (19:00 - 21:30)
13 Okt 2022 (19:00 - 21:30)
20 Okt 2022 (19:00 - 21:30)
Veranstaltungsart: 
Filme
Event Category: 
Our Events
Zielgruppe: 
Erwachsene , Junge Besucher
Sprache der Veranstaltung: 
Englisch

In dieser Kurzreihe werden drei Filme gezeigt, die einen ganz persönlichen Blick auf die wichtigsten politischen und sozialen Entwicklungen des letzten Jahrhunderts werfen. Sie gehen unterschiedlich direkt darauf ein, wie Erinnerung funktioniert, wie persönliche Geschichte entsteht und wie Propaganda, Protest und Aktivismus wirken. Wie bei den Plakaten, die in der Wechselausstellung Die Sprache der Mauern zu sehen sind, geht es auch bei diesen Filmen darum, wie der öffentliche Raum auf komplexe und ansprechende Weise weiterentwickelt und umgestaltet wird.

Federico Fellinis Amarcord von 1973 ist ein Meilenstein des halbautobiografischen Films. Er erforscht die Gedächtnislandschaft und widmet sich den Fragen, welchen Einfluss Staat und Kirche auf das moderne Leben in Italien ausüben und wie sich der Faschismus in den Zwanziger- und Dreißigerjahren ausbreiten und halten konnte. Der Film führt uns vor Augen, dass unsere Erinnerungen zwar nicht immer sachlich richtig (also „tatsächlich so geschehen“) sind, doch auf eine gefühlsmäßige, tief empfundene Wahrheit hindeuten können.

Agnieszka Hollands Europa Europa aus dem Jahr 1990 beruht auf den bemerkenswerten Memoiren von Solomon Perel. Der Film erzählt die unglaubliche und herzzerreißende Geschichte eines in Deutschland geborenen Juden, der vor dem und während des Zweiten Weltkrieg zwischen die Fronten gerät und sowohl von sowjetischer als auch von nationalsozialistischer Seite unterdrückt wird. Sehr einfühlsam und mit überraschendem Humor zeigt Europa Europa, wie sich Krieg, Vertreibung und ideologische Indoktrinierung auf Individuum und Gemeinschaft auswirken.

Das „feministische Musical“ Die eine singt, die andere nicht von Agnès Varda (1977) handelt von der Freundschaft und bewegenden Solidarität zweier Frauen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Gezeigt wird, wie sich der Kampf der französischen Feministinnen in den 1970er-Jahren auf ihr Leben auswirkt. Agnès Vardas Film ist zugleich politisch und persönlich, zielstrebig und einfühlsam, französisch und europäisch.     

Zwar spielen all diese Filme in bestimmten geschichtlichen Zeitabschnitten, doch etliche ihrer Themen spalten und vereinen die europäische Gesellschaft auch heute noch – etwa reproduktive Rechte, Antisemitismus, Identitätspolitik oder Nationalismus.

Die Filmkuratorin Anke Brouwers kontextualisiert und kommentiert jeden einzelnen dieser Filme. Sie macht dabei deutlich, welche Bedeutung er für die Filmgeschichte hat und in welcher Beziehung er zu der Wechselausstellung steht.

Dr. Anke Brouwers ist Dozentin, Filmkuratorin und Autorin. Sie unterrichtet Filmgeschichte an der Kunsthochschule KASK im belgischen Gent. Seit 2022 richtet sie die monatliche Reihe Meet the Masters für das Filmfestival Oostende aus. Für Fantômas, Humbug und Anatomie van de Film schreibt sie immer wieder Essays zur Filmgeschichte und -kultur. Im Jahr 2021 erschien ihr Buch über den amerikanischen Stummfilm und die starken Frauen der ersten dreißig Jahre des Kinos (Mooi zijn & zwijgen: de machtige vrouwen van de Amerikaanse stille Film).

Vor jeder Filmvorführung bieten wir Ihnen jeweils ab 18 Uhr eine kostenlose Führung auf Englisch durch unsere Wechselausstellung „Die Sprache der Mauern“ an (begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung erforderlich).

Programm:

Donnerstag, 6. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Amarcord (1973, Federico Fellini)

Hier für die Filmvorführung anmelden

Donnerstag, 13.  Oktober 2022, 19.00 Uhr

Europa Europa (1990, Agnieszka Holland)

Hier für die Filmvorführung anmelden

Donnerstag, 20. Oktober 2022, 19.00 Uhr

Die eine singt, die andere nicht (1977, Agnès Varda)

Hier für die Filmvorführung anmelden

Alle Filme werden im Original mit englischen Untertiteln gezeigt.

Programm:

  • 18.00 Uhr – Führung durch die Wechselausstellung „Die Sprache der Mauern“
  • 18.45 Uhr – Einlass in den Kinosaal
  • 19.00 Uhr – Einführung
  • 19.10 Uhr – Filmvorführung
  • 21.00 Uhr – Diskussion und Fragerunde
  • 21.30 Uhr – Ende der Veranstaltung