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„The Flamboyant Fake“: Sophie Pitman – Fake Fashion

16 Dez 2021 (17:00 - 18:00)
Veranstaltungsart: 
Online-Diskussionsrunde
Event Category: 
Our Events
Zielgruppe: 
Erwachsene , Junge Besucher
Sprache der Veranstaltung: 
Englisch

5. Online-Expertengespräch in der Reihe „The Flamboyant Fake“: Sophie Pitman – Fake Fashion

Die Renaissance wird häufig als Ära eines ausschweifenden Luxus mit wallenden Samtgewändern, glitzernden Perlen und goldenen Ornamenten eingestuft. Die Mode war außergewöhnlich: große Spitzenkragen, übertrieben betonte Schultern und kunstvoll ausgestellte Röcke. Aber was konnte man tun, wenn man nicht zur Elite gehörte und sich diesen Luxus und diese Mode nicht leisten konnte?

In diesem Gespräch befassen wir uns mit Samtimitaten, Mützen aus künstlichem Biberfell und unechtem Gold, Edelsteinen und Perlen. Es wird dargelegt, dass für viele Kleidungsstücke, die in der Renaissance zur modischen Grundausstattung gehörten, nicht die kostbarsten Materialien, sondern innovative Stoffe und Techniken verwendet wurden, um die teuren Materialien nachzubilden. Begabte Handwerker nutzten raffinierte Techniken und fertigten so für die Menschen, die nicht zur Elite gehörten, modische Kleidungsstücke, die für diese Menschen erschwinglich waren und mit den Luxusgesetzen im Einklang standen, die die Verwendung erlesener Materialien häufig einschränkten. Wie standen diese Menschen in der Frühen Neuzeit zu diesen nachgemachten Materialien? Wurden diese als Abklatsch oder als willkommene Alternativen betrachtet? Und wie wurden Nachahmungen und Imitationen durch die Luxusgesetze beeinflusst und befördert?

Anhand von Beispielen erhaltener Kleidungsstücke und nachgebildeter Gegenstände gehen wir bei diesem Gespräch auch darauf ein, wie Historiker trotz der wenigen Originale die modischen Kleidungsstücke der unteren Gesellschaftsschichten rekonstruieren können, und wir werden sehen, wie ähnlich manche dieser Ersatzmaterialien waren.

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Sophie Pitman nimmt an der Universität UCL am Leverhulme-Programm für junge Forschende teil und befasst sich dort mit der Geschichte der Bekleidung in der Frühen Neuzeit und dem Zusammenhang mit Klima und Umwelt. Sophie Pitman erwarb 2017 an der Universität Cambridge ihren Doktortitel in Geschichte und erhielt im Anschluss an ihr Doktorat Forschungsstipendien zum Projekt „Making and Knowing“ an der Columbia-Universität und zum vom ERC geförderten Projekt „Refashioning the Renaissance“ an der Universität Aalto. Sie hat zu den Luxusgesetzen, zu Fragen von Luxus und Alltag und zu Rekonstruktion als Methodik veröffentlicht und vor Kurzem die Ausstellung „Reconstructing Everyday Fashion, 1550–1650“ in der Galerie Dipoli in Helsinki (Finnland) kuratiert. Sie kombiniert traditionelle historische Quellenanalysen von Texten und Bildern mit eingehenden Studien erhaltener Objekte und praxisorientierten experimentellen Methoden.