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Kalypso Nicolaïdis Das kretische Europa oder die Herausforderung

19 Jul 2022 (18:00 - 19:00)
Veranstaltungsart: 
Gesprächsrunden
Event Category: 
Our Events
Zielgruppe: 
Erwachsene , Junge Besucher
Sprache der Veranstaltung: 
Englisch

In ihrem Abschlussvortrag wird Professorin Nicolaïdis auf die Vortragsreihe „Envisioning Europe“ und ihre Vorträge der letzten fünf Jahre Bezug nehmen. Sie zieht ihre eigenen Schlüsse in Bezug auf die allgemeinen Themen der Konferenz zur Zukunft Europas, die von Klimawandel, Wirtschaft, sozialer Gleichstellung, europäischen Rechten und Werten, Rechtsstaatlichkeit und Migration bis zur Rolle der EU in der Welt reichen.

Um uns die Zukunft Europas vorstellen zu können, tun wir gut daran, uns in einen Raum der „politischen Vorstellungskraft“ zu begeben, an die Schnittstelle zwischen der Perspektive der Longue Durée und den mythologischen Grundlagen. Ersteres ist die Aufgabe des Hauses der Europäischen Geschichte, während es bei Letzteren um die Erzählung von Europa geht – einer allgegenwärtigen, aber mystischen Figur, die den öffentlichen Raum der EU ziert, deren Potenzial zur Inspiration aber noch nicht ausgeschöpft wurde. Nach Ansicht von Nicolaïdis kann das gleichzeitige Bestehen des Kontinents Europa und der mythologischen Figur dazu anregen, bei den Überlegungen zu den nächsten Schritten des Experiments der Konferenz zur Zukunft Europas „zu den Rändern zurückzukehren“. 1) Ein Europa, in dem die Bürgerinnen und Bürger die Macht haben: auf individueller Ebene – indem die EU mit Unterstützung der Konferenz zur Zukunft Europas die Rolle der direkten partizipativen Demokratie und der Bürgerinnen und Bürger überdenkt und neu gestaltet, wobei sie auf Erfahrungen der Antike, von den Phöniziern bis hin zum antiken Athen zurückgreift. 2) Ein polyzentrisches Europa: auf Ebene der Staaten – indem unsere Union zur ihrer ursprünglichen Bestrebung zurückkehrt, die Rolle kleinerer Mitgliedstaaten und Mitgliedstaaten in Randlage zu stärken, wie es den Theorien der Friedensstifter des 18. Jahrhunderts entspricht. 3) Ein dezentrales Europe: auf geopolitischer Ebene – indem die ehemalige Kolonialwelt Europas dabei unterstützt wird, zu einer postimperialen Macht zu werden. Um die Räumlichkeiten des Hauses der Europäischen Geschichte bestmöglich zu nutzen, plant Professorin Nicolaïdis ihren Beitrag im Geiste ihres fortlaufenden Experiments der „immersiven Debatte“, das an die Traditionen des Theaters im antiken Griechenland angelehnt ist.

Melden Sie sich hier zu der Online-Veranstaltung an: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/kalypso_nicolaidis

Kalypso Nicolaïdis ist Professorin für globale Angelegenheiten an der Fakultät für europäische und transnationale Governance des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz, wo sie das Demokratieforum des Instituts leitet. Sie ist derzeit von der Universität Oxford freigestellt und war Professorin an der Kennedy School of Government der Harvard-Universität und an der ENA. Sie hat mit zahlreichen Organen der EU zusammengearbeitet, unter anderem als Mitglied der Reflexionsgruppe des Europäischen Rates zur Zukunft Europas unter dem Vorsitz von Felipe González (2008–2010). Ihre Forschung konzentriert sich auf interne und externe Aspekte der europäischen Integration sowie globale Angelegenheiten, Theater der Anerkennung, demokratische Theorie, transnationale rechtliche Empathie und soziale Solidarität, Weltordnungspolitik und internationalen Handel, nachhaltige Integration, Postkolonialismus, Mythen und Politik sowie den Einfluss neuer Technologien auf internationale Beziehungen. Ihre letzten Bücher waren: A Citizen’s Guide to the Rule of Law – Why We Need to Fight for the Most Precious Human Inventions of All Time (zusammen mit Adis Merdzanovic, 2021) und Exodus, Reckoning, Sacrifice: Three Meanings of Brexit (2019). Link zu ihrer Website: http://kalypsoNicolaidis.com/

Moderiert von Chris Burns, einem erfahrenen französisch-amerikanischen Journalisten und Medienexperten, der seit über 30 Jahren über das Zeitgeschehen in Europa, den Vereinigten Staaten, Afrika, Zentralasien und dem Nahen Osten berichtet. Er hat bereits über bewaffnete Konflikte, Wahlen, Finanzkrisen, Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Katastrophen sowie Filmfestivals berichtet. Burns ist außerdem Medienberater und -trainer und Videoproduzent und moderierte bereits Podiumsdiskussionen für das Weltwirtschaftsforum, die OECD, die OSZE, die Vereinten Nationen, die Weltbank und die Organe der EU. Er studierte politische Ökonomie an der Universität Kalifornien, Berkeley, und absolvierte ein postgraduales Studium in Europa. Burns spricht fünf Sprachen und besitzt die US-amerikanische und die französische Staatsangehörigkeit.

Einführung von Dr. Constanze Itzel, Museumsdirektorin des Hauses des Europäischen Geschichte.

Vor dem Hintergrund der Konferenz zur Zukunft Europas organisiert das Haus der Europäischen Geschichte (HEH) vom 22. Juni 2021 bis zum 19. Juli 2022 eine Online-Vortragsreihe mit dem Titel „Envisioning Europe“. Dabei gibt das Museum zwölf bekannten Historikern eine Bühne, um Erkenntnisse über die Vergangenheit und Gegenwart Europas auszutauschen. Auch Stimmen von außerhalb Europas tragen mit ihren externen Perspektiven zur Kontextualisierung dieses Dialogs bei. Zu jedem Vortrag gibt es eine moderierte Fragerunde.