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Vortrag von Anne Applebaum - Die Verbrechen von Stalin

23 Aug 2021 (18:00 - 19:00)
Veranstaltungsart: 
Gesprächsrunden
Event Category: 
Our Events
Zielgruppe: 
Erwachsene
Sprache der Veranstaltung: 
Englisch

Vortrag von Anne Applebaum -  Die Verbrechen von Stalin: Was wir jetzt darüber wissen, und warum das wichtig ist

Im Rahmen der Veranstaltungen anlässlich des Europäischen Gedenktages an die Opfer aller totalitären und autoritären Regime hat das Haus der Europäischen Geschichte eine renommierte Pulitzer-Preisträgerin, Historikerin, Journalistin, Kommentatorin zu geopolitischen Angelegenheiten und Programmrednerin, Anne Applebaum, eingeladen, die einen Online-Vortrag zum Thema Die Verbrechen von Stalin: Was wir darüber wissen, und warum das wichtig ist halten wird.

Dreißig Jahre nach der Öffnung des sowjetischen Archivs hat sich unsere Sichtweise auf die Geschichte der Sowjetunion grundlegend gewandelt. Dieser Wandel wiederum sollte unsere Wahrnehmung von unserer eigenen Vergangenheit prägen. Welche Erkenntnisse haben wir dadurch gewonnen, dass Tausende ehemals geheimer Dokumente zugänglich wurden? Inwiefern können uns diese Erkenntnisse dabei helfen, die Gefahren und den spaltenden Charakter gewaltverherrlichender Ideologien und des Autoritarismus zu verstehen und die Gefahren zu erkennen, die von Fehlinformationen und Machtmissbrauch an der Spitze ausgehen? Stalin wurde früher von manchen Kommentatoren als verrückt bezeichnet. Aus dem russischen Archiv geht jedoch hervor, dass er tatsächlich ein intelligenter und berechnender Ideologe war. Inwiefern hilft uns diese Erkenntnis dabei, die aktuellen Herausforderungen für die Demokratie vor dem Hintergrund einer um sich greifenden Ernüchterung und Polarisierung und angesichts extremistischer Bewegungen kritischer zu hinterfragen?

Biografie von Anne Applebaum

Die Pulitzer-Preisträgerin, Historikerin, Journalistin, Kommentatorin zur Geopolitik und Rednerin Anne Applebaum untersucht die Herausforderungen und Chancen des weltweiten politischen und wirtschaftlichen Wandels aus dem Blickwinkel der Weltgeschichte und der aktuellen politischen Landschaft.

Auf der Grundlage ihrer fundierten Kenntnisse Europas und ihrer langjährigen Erfahrung als internationale Berichterstatterin vermittelt Anne Applebaum Sichtweisen auf die Geschehnisse des unbeständigen globalen Umfelds von heute und deren weitreichende Folgen. Da die Technologie autoritären Regierungen die Manipulation der Medien in einem nie dagewesenen Ausmaß ermöglicht und den Tenor des politischen Diskurses verändert, untersucht sie auch die Bereiche Falschinformationen und Propaganda sowie kriminelle Ausbeutung, die sich auch auf das Weltgeschehen auswirken.

Von den syrischen Flüchtlingen bis hin zu Putins Desinformationsnarrativen, von der EU und der europäischen Finanzkrise bis hin zur Reaktion auf den Terrorismus, von Lösungen für Korruption in Übergangsregierungen bis hin zu der ganz neuen Sprache, die politische Populisten im Wahlkampf verwenden – Anne Applebaum liefert sowohl Hintergrundinformationen als auch aktuelle Einblicke, die für das Verständnis der Risiken und Chancen des politischen und wirtschaftlichen Klimas der heutigen Welt unabdingbar sind.

In dem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Buch Der Gulag schildert Anne Applebaum die Geschichte der Konzentrationslager in der Sowjetunion. Mit ihrem Buch Roter Hunger: Stalins Krieg gegen die Ukraine gewann sie ihren zweiten Duff-Cooper-Preis und den 28. Lionel-Gelber-Preis 2018. Darin belegt Applebaum, was viele schon vermutet hatten: Stalin hatte die Absicht, den Bauernstand in der Ukraine auszurotten. Anne Applebaum ist die einzige Autorin, die zweimal mit dem Duff-Cooper-Preis ausgezeichnet wurde. Zu ihren weiteren Büchern zählen Der Eiserne Vorhang: Die Unterdrückung Osteuropas 1944–1956, für das sie mit dem Cundill-Preis für historische Literatur ausgezeichnet wurde, sowie Between East and West: Across the Borderlands of Europe.

2021 wurde Anne Applebaum mit dem Excellence in International Reporting Award des International Center for Journalists ausgezeichnet.

Im Juli 2020 erschien im Penguin-Verlag die Originalfassung des Buchs Die Verlockung des Autoritären: Warum antidemokratische Herrschaft so populär geworden ist, in dem Applebaum wortgewandt darlegt, warum sich Eliten in den Demokratien weltweit derzeit dem Nationalismus und dem Autoritarismus zuwenden. Das Buch schaffte es sofort nach Erscheinen auf die Bestseller-Liste der New York Times im Bereich Sachbuch. Die Zeitschrift Prospect ernannte Anne Applebaum daraufhin zu einer der „Top 50 Thinkers of the Covid-19 Age“, und Barack Obama führte das Buch im Dezember 2020 als eine seiner Lieblingslektüren des Jahres auf.

Applebaum ist Senior Fellow of International Affairs und Agora Fellow in Residence an der Johns Hopkins School of Advanced International Studies in Washington, DC.

Von 2011–2015 leitete sie den internationalen Thinktank Transitions Forum des Legatum Institute, und sie ist Mitbegründerin des Democracy Lab des Instituts – einer Online-Partnerschaft zwischen dem Institut und der Zeitschrift Foreign Policy. Die frühere Gastdozentin im Rahmen des Philippe-Roman-Lehrstuhls für Geschichte und Internationale Beziehungen an der London School of Economics ist derzeit wissenschaftliche Mitarbeiterin am Center for European Policy Analysis.

Viele Jahre lang schrieb sie alle zwei Wochen eine außenpolitische Kolumne für die Washington Post, die auf internationaler Ebene veröffentlicht wurde. Derzeit schreibt sie für das Magazin The Atlantic. Zudem hat sie für Foreign Affairs, The New Republic und The New York Review of Books geschrieben, war Mitglied des Redaktionsausschusses der Washington Post, Redakteurin für Außenpolitik und stellvertretende Chefredakteurin bei der Zeitschrift Spectator sowie Politikredakteurin beim Evening Standard. Von 1988–1991 berichtete sie als Korrespondentin des Economist in Warschau über den Zusammenbruch des Kommunismus.

Applebaum studierte in Yale und war Marshall-Stipendiatin an der London School of Economics und am St. Antony’s College in Oxford.

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